Essbarer Quadratmeter

Namensgeber ist eigentlich die „essbare Stadt", aber meistens fängt man ja klein an, also erst mal der "Essbarer Quadratmeter" – das Projekt eines Gemeinschaftgartens im Langener Nordend.


Initiator Udo Rach und mittlerweile fast 30 Bürgerinnen und Bürger setzen mit großem Engagement ihr Nachhaltigkeitsprojekt um. 

Sie  wollen andere Wege gehen und innerstädtischen Grünräumen neue Funktionen zukommen lassen. Die Bevölkerung soll hierdurch auch mehr für das öffentliche Grün sensibilisiert und in die Nutzung und Pflege eingebunden werden.

Ein Eigentümer stellt freundlicherweise für drei Jahre sein Baugrundstück zur Verfügung, damit motivierte Bürgerinnen und Bürger sich für den Lebensraum in der eigenen Stadt einsetzen, Beete oder Hochbeete anlegen und bis zur Ernte pflegen und betreuen.


Udo Rach dazu:

"Wir wollen uns damit einsetzen: Für die Umwelt. Jedes Grün, mit Ausnahme von gepflegtem Rasen, ist wichtig für Insekten, Vögel, andere Lebewesen und für die Luft, die wir atmen."


Und ein weiterer Aspekt – ob Kleinstadt oder Metropole, die Existenz jeder Stadt ist seit jeher abhängig von der Versorgung mit

Lebensmitteln. Das scheint aber für unsere Gesellschaft heute keine wichtige Rolle mehr zu spielen: Lebensmittel sind einfach da.


Projekte wie Gemeinschaftsgärten, »essbare Städte«, Kooperationen von Bürgern mit Landwirten und andere Ernährungsprojekte versuchen diesem Desinteresse etwas entgegenzusetzen - das möchte auch der "Essbare Quadratmeter". Hier können Kräuter, Salate, Gurken, Tomaten, Kürbisse, Zwiebeln u.v.m. gepflanzt werden.

Aktuelles:

Ein Grundstück, das früher mehrere Male im Jahr gemäht werden musste, wird nun von 28 Gärtnern bepflanzt, geerntet und gepflegt. 

10 Eltern sind stolz, ihren Kindern die Pflanzenwelt zu zeigen und bieten Erlebnisräume in der Natur und Wahrnehmung der dabei bestehenden natürlichen Zusammenhänge. Begeistert sind die Kinder, wenn sie das Wachstum der Pflanzen verfolgen können.



Die Größe der Parzellen, die jeder Gärtner nach seiner Eignung aussuchen konnte, schließt
eine Überforderung aus. Inzwischen sind alle Flächen vergeben.

Für Senioren wurden viele Hochbeete errichtet, dadurch sind sie nicht von der Gartenarbeit
ausgeschlossen. Jeder, der sich rechtzeitig zu diesem Projekt angemeldet hatte, konnte sich
eine noch freie Parzelle, bzw. Hochbeet aussuchen.

Es haben sich dadurch inzwischen auch Freundschaften im Quartier gefunden. Es wird viel über Persönliches und noch mehr über Gartenarbeit geredet. Eine Messengergruppe wurde eingerichtet, die regelmäßig Nachrichten ausgetauscht.

Viele Hände helfen bei allgemeiner Arbeit und auch die Wasserversorgung wurde
perfektioniert. Viele Passanten bleiben am Zaun stehen und wollen Auskünfte zu dem
Projekt bekommen.